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Berner Pflegeheime brauchen Mittel für Innovationen

31. August 2026 – CHF 10 Millionen jährlich für die Zukunft der Langzeitpflege: Mit einem Vorstoss von Grossrat Peter Gerber (die Mitte) wird der Regierungsrat aufgefordert, ab 2027 gezielt Mittel für Innovation und Unternehmensentwicklung der Berner Pflegeheime bereitzustellen.

Die Berner Pflegeheime stehen vor einer gewaltigen Herausforderung: Die Bevölkerung wird älter, der Fachkräftemangel verschärft sich, die Digitalisierung schreitet voran und mit EFAS steht ein grundlegender Systemwechsel bevor. Gleichzeitig ist ab dem Tarifjahr 2027 aufgrund der Normkostenberechnung mit einer Senkung der Pflegeheimtarife zu rechnen.

Ausgerechnet jetzt dürfen die Berner Pflegeheime nicht bei der Entwicklung und Innovation sparen.

Pflegeheime können steigende Kosten und neue Anforderungen nicht einfach über höhere Preise auffangen. Sie bewegen sich in einem stark regulierten Finanzierungssystem. Werden die Tarife gesenkt, fehlt vielen Institutionen der finanzielle Spielraum, um in neue Arbeitsmodelle, Digitalisierung, Fachkräfte, effiziente Prozesse und innovative Versorgungsformen zu investieren.

CHF 10 Millionen für die Transformation

Der Regierungsrat soll deshalb verpflichtet werden, ab 2027 jährlich CHF 10 Millionen für Unternehmensentwicklung und Innovationsförderung der Berner Pflegeheime bereitzustellen. Die Mittel sollen gezielt in Projekte fliessen, welche die Langzeitpflege zukunftsfähig machen – und ausdrücklich nicht zur allgemeinen Defizitdeckung dienen.

Gefördert werden sollen unter anderem:

  • neue Pflege-, Betreuungs- und Versorgungsmodelle,
  • Digitalisierung und moderne Steuerungsinstrumente,
  • neue Arbeits- und Organisationsmodelle,
  • Fachkräfteentwicklung und Bildungsinnovation,
  • regionale Zusammenarbeit und integrierte Versorgung,
  • technologische Lösungen sowie
  • die Vorbereitung der Institutionen auf EFAS.

«Wer heute bei Innovation und Unternehmensentwicklung spart, zahlt morgen einen deutlich höheren Preis – mit mehr Fachkräftemangel, ineffizienteren Strukturen und einer gefährdeten Versorgungssicherheit.»

Die im April 2026 verabschiedete Teilstrategie Langzeitversorgung macht den Handlungsdruck deutlich: Die Zahl der über 80-Jährigen wird bis 2050 stark steigen. Der Kanton braucht deshalb nicht weniger, sondern mehr vorausschauende Investitionen in die Langzeitpflege.

EFAS braucht faire Spielregeln

Gleichzeitig wird der Regierungsrat aufgefordert, sich auf nationaler Ebene dafür einzusetzen, dass die künftige Tarifkonzeption EFAS faire Voraussetzungen für die Pflegeheime schafft und Innovation auch künftig finanziell ermöglicht.

Die Fördermittel sollen schlank, transparent und unbürokratisch zugänglich sein – unabhängig von Grösse und Trägerschaft eines Pflegeheims.

Die Botschaft ist klar: Die Pflegeheime müssen sich verändern können, wenn die Versorgung auch morgen funktionieren soll. CHF 10 Millionen für Innovation sind deshalb keine zusätzliche Ausgabe, sondern eine Investition in die Versorgungssicherheit des Kantons Bern.

Auskunft:

Grossrat Peter Gerber, Fraktionspräsident:      079 259 51 06

Peter Gerber